Wesentliche Quelle des philosophischen Dialogs sind Lebens- und Bewegungsmuster, die Beziehungen des Menschen in seinen Lebensumwelten, seine Resonanz und damit Psychosoziologie der Weltbeziehungen darstellen.







Der "Philosophische Dialog" ist etwas Dynamisches, etwas, das immer wieder neu geschieht, ein Erweitern des eigenen Horizontes, ein Übergang des Denkens auf eine neue Ebene.

Gleichzeitig ist er auch immer ein kommunikativer und transformativer Prozess, bei dem Menschen sich im Gespräch austauschen. „Die Wahrheit beginnt zu zweien", so Karl Jaspers.

Schließlich gibt der "Philosophische Dialog" nicht nur Raum für die Entwicklung von Neuem, Ermutigung zu neuen Sichtweisen und zu Veränderung. Er soll auch zu Handlung anregen. Kant zufolge fühlt der Mensch sein Leben durch Handlungen. Ein erfülltes Leben ist eines, das durch Handlungen ausgefüllt wird, wobei die Quelle der Handlungen in der Spannung liegt, dass wir mit dem jeweiligen Zustand unseres Lebens unzufrieden oder nicht ausgefüllt sind.

In einer Zeit der Umbrüche, Krisen und rasanten Veränderungen kommt der Philosophie eine besondere Bedeutung zu. Sie ist es, die Orientierung bieten und Impulse für die Zukunft liefern kann.

Philosophischer Dialog versteht sich somit als Reflexion und Modifikation des Selbst- und Weltbezugs.

Damit ist gemeint, dass man sich dialogisch mit seinen persönlichen Lebensumständen auseinandersetzt. Es geht um das Erschließen neuer Entwicklungsräume, das Erwecken neuer Sichtweisen und den Mut zur Veränderung gegenwärtiger Lebenssituationen.

»Philosophie war von jeher mehr als nur universelle Betrachtung, sie gab Impulse, stellte Werttafeln auf, gab dem Menschenleben Sinn und Ziel, gab ihm die Welt, in der er sich geborgen fühlte, gab ihm mit einem Wort: Weltanschauung.«

Karl Jaspers,

Psychologie der Weltanschauungen

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Philosophischer Dialog

Potenziale der Veränderung

Primäre Aufgabe des Strategiecoachings ist die Begleitung von Veränderungs- prozessen. Sie bezieht sich also auf die individuelle Gestaltung von zukunfts- gerichtetem Wandel.

In dieser Art der Beratung werden Ressourcen erschlossen und zielgerichtet aktiviert, die der Erreichung einer erstebenswerten Zukunft dienen. Der Fokus liegt dabei auf der Freisetzung von Entwicklungspotenzialen, die in ihrer Dynamik darauf ausgerichtet sind, Transformationsprozesse auszulösen.

Die so durchlebten Prozesse zielen somit auch auf Strukturierungsvorgänge innerhalb eines Systemganzen ab. Wechselseitiges Aufeinanderbezogensein und die Interaktion zwischen verschiedenen Systemelementen sind deshalb ein wesentliches Element für den Erfolg.

Im Gegensatz zu einem Beratungsmodell, das auf die Welt übertragen und zum Ziel des Handelns erklärt wird, sollte zusätzlich ein Denken zum Tragen kommen, das eine andere Strategie von Wirksamkeit in sich birgt. Diese Art von Strategie stützt sich auf das jeder Situation innewohnende Potenzial und lässt sich von der Veränderungsdynamik dieser Situation tragen.

Wirklichkeit zeigt sich somit unter dem Blickwinkel einer kontinuierlichen Veränderung. Erst sie macht es möglich, das Spektrum der Wirkkräfte, die das Potenzial dieser Situation abbilden, einzuschätzen, das eigene Verhalten darauf abzustimmen und mit der Veränderung selbst in Einklang zu bringen.

Die Strategie im Coaching sollte nun darin bestehen, den Keim eines situativen Veränderungsgeschehens aufzuspüren und die Logik seiner möglichen Entwicklungstadien auf sich wirken zu lassen. Der Coaching- prozess unterstützt dabei die Entwicklung der Rezeptivität des Klienten, die sich in ihrer Veränderlichkeit der Wirklichkeit anpasst. Die Welt wird folglich von selbst transformiert. Die Kraft dieser transformativ-konstruktivistischen Haltung ersetzt die steuernde Perspektive.

Wer getrieben ist von seinem Wollen, blockiert die Möglichkeit, es zu erreichen. Er verkennt, wie Wirklichkeit sich realisiert. Was sich realisiert, zeigt sich nur in seiner Wirkung, und die Wirkung wird erreicht durch einen Prozess, der die Situation allmählich umwandelt und nicht von einem Ziel bestimmt ist.

Zukunft als Raum der Möglichkeiten

Etymologisch bedeutet Zukunft soviel wie Kommen, Herankunft, Ankunft. In Anlehnung an K. D. Platsch und T. Fuchs wird die vitale Zukunft durch den Antrieb, die Wünsche und Triebe bestimmt. Es geht um die Erfüllung dessen, was »noch nicht« ist.

Als Verstandesmenschen definieren wir Zukunft in der Regel im Sinne einer finalen Zukunft. Wir folgen unseren Plänen und Projekten, unseren Lebens- träumen und Zielen, und steuern auf deren Verwirklichung hin. In dieser Art von Zukunft überdenken wir die Spiel- und Handlungsräume unserer Möglichkeiten. Wir treffen Auswahl und Entscheidung.

Der finale Raum der Zukunft wird durch die Erfahrung der Vergangenheit, unsere Geschichtlichkeit, bestimmt. Zukunft wird zur Fortschreibung der Vergangenheit. Wir extrapolieren aus den Erfahrungen der Vergangenheit, aus unseren Gewohnheiten, Glaubenssätzen und Überlegungen unsere Zukunft und engen sie damit stets auf das bereits Bekannte ein.

Legen wir stattdessen das, was noch nicht ist, das was sein wird, als Zukunft zugrunde, offnet sich ein neuer, noch nicht bekannter Raum: die offene Zukunft. Dies ist ein Raum, in dem das Neue unmittelbar Platz findet. Ein nicht festgelegter, indeterminierter Raum hält die höchste Potenzialität des Neuen und damit einer wirklichen Zukunft bereit. Es ist weniger so, dass wir die Zukunft gestalten, als dass wir sie uns aneignen. Zukunft wird zu dem, was sie eigentlich ist: etwas, das auf uns zukommt. Es ist ein offenes »Noch-nicht«, das sich als freier, weiter Raum der neuen, unbekannten Möglichkeiten und eines neuen Sinns für Mögliches öffnet.

Gestaltung aus dem schöpferischen Raum aller Möglichkeiten kommt aus der offenen Zukunft. Je offener wir dem wirklich Neuen begegnen können, desto mehr Möglichkeiten öffnen sich für Gestaltung. Unsere Vorstellungen Trends, Prognosen oder Statistiken schließen den Raum der Optionen, engen ihn ein auf bereits Bekanntes. Der Raum der offenen Zukunft öffnet sich in der Haltung des Nichtwissens, des Noch-nicht-Bekannten, mehr im Aneignen oder Empfangen, als im Machen oder gar Erzwingen.

»Die Zukunft ist als Raum der Möglichkeiten

der Raum unserer Freiheit.«

- Karl Jaspers -

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