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Akupunktur und Moxibustion


Akupunktur ist wohl das bekannteste Therapieverfahren der Chinesischen Medizin. Der chinesische Begriff "zhenjiu" (= Aku-Moxi-Therapie) beinhaltet neben der Akupunktur auch die Moxibustion. Beide Verfahren zusammen beschreiben erst das äußere Therapieverfahren der chinesichen Medizin hinreichend.

Akupunktur bedeutet dabei die mechanische Einwirkung auf bestimmte Reizpunkte (Akupunkturpunkte) des Körpers mittels Nadeln, wohingegen Moxibustion die thermische Einwirkung auf die Körperoberfläche durch Abbrennen von Moxa-(Beifuß-)kraut (z.B. aufgesetzte Moxakegel auf bestimmte Akupunkturpunkte oder durch Einwirkung mittels Beifußzigarren) darstellt. Ziel der Therapie durch Akupunktur/Moxibustion ist es, durch Einflussnahme über bestimmte Hautregionen (Akupunkturpunkte, "Mikro-Head-Zonen"), im Leitbahnsystem des menschlichen Körpers den qi-Fluss (qi: vegetative Funktionsbereitschaft eines Gewebes oder Organs) zu erreichen und zu modulieren. Beispielsweise werden Blockaden des qi-Flusses gelöst, das qi gekräftigt oder überschießendes qi zerstreut.

Zur Diagnosestellung bedient man sich des ausgeklügelten kybernetischen Modells der Chinesischen Medizin, das die Befindlichkeiten des Patienten ordnet und somit einen funktionellen vegetativen Status beschreibt, der zugleich die Handlungsanweisung für die Punkteauswahl liefert. Durch spezielle Nadeltechniken kann dann entweder suppletiert (= Energie zugeführt) oder dispulsiert (= Energie zerstreut) werden. Die Moxibustion wird immer dann eingesetzt, wenn ein hoher Grad an Energiezufuhr notwendig ist.

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Chinesische Phytotherapie


Arznei- oder Pharmakotherapie ist in der TCM eine sehr alte und umfangreiche Disziplin. Heute sind über 10 000 sogenannte "Dekokte" (Kräutermischungen) bekannt. Hierbei werden nach genauer Diagnose individuelle Zusammenstellungen von Arzneikräutern hergestellt, die exakt die Abweichungen des "Istwertes" (Symptome) vom "Sollwert" auf der Regulationskurve korrigieren sollen.

Vor allem bei allen yin-Mangelerkrankungen (z.B. Blutmangel oder Säftemangel) ist eine Therapie ohne Dekokte oft unzureichend, wenn nicht unmöglich.Die chinesische Pharmakologie spielt im chinesischen Medizinsystem eine bedeutende Rolle. So werden in China bei annähernd zwei Dritteln der TCM- Patienten Heilkräuter verordnet. Die Arzneimittel sind heute meist pflanzlicher, weniger tierischer und mineralischer Herkunft.

Die Klinische Chinesische Pharmakologie von Manfred Porkert – die umfassendste Darstellung des Themas in einer westlichen Sprache – umfasst 515 Einzeldrogen. Jede Einzeldroge besitzt ihr spezifisches Profil. Es besteht aus dem Temperaturverhalten (siebenstufige Skala) und der Geschmacksqualität (sauer, bitter, süß, scharf, salzig und neutral). Beides sind chinesischer Pharmakologie gemäß elementare Eigenschaften der Arzneien. Sie stehen in einem direkten Zusammenhang mit bestimmten Wirktendenzen. Diese sind wiederum spezifisch organbezogen ("Funktionskreisbezug"). Im Ergebnis werden für jedes Mittel Indikationen und Kontraindikationen angegeben. Zur weiteren Bestimmung gehören Kombinierbarkeit und Unverträglichkeit mit anderen Drogen, die Toxizität und die Dosierung entsprechend der Verabreichungsform.

Die dem Patienten verabreichte Arznei besteht in der Regel aus einer Komposition verschiedener Einzelmittel. Die klassische Verabreichungsform ist die Abkochung, das "Dekokt", selten ein Aufguss wie bei unseren heimischen Heiltees. Neben anderen Formen der Verabreichung sind für Fertigarzneien – Standardkombinationen für häufige Indikationen – auch Pillen und Granulate in Gebrauch.

Die Entscheidung zur Anwendung von Arzneimitteln im Rahmen dieser Verfahren muss auf einer chinesischen Diffentialdiagnose begründet sein und darf nicht nur auf der vorliegenden Symptomatik des Patienten beruhen.

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland zahlreiche Apotheken, die sich auf chinesische Arzneimittel spezialisiert haben und auch entsprechend Qualitätskontrollen durchführen, um belastete Heilpflanzen-Chargen auszuschließen.

Chinesische Diätetik


Die Beschäftigung mit Ernährung und Medizin hat in China eine lange Tradition. Schon von frühester Zeit an war man sich sehr deutlich bewusst, welche Auswirkungen die Nahrung auf den menschlichen Körper hat und wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für das allgemeine Wohlbefinden ist. Nahrungsmittel sind milde Therapeutika. Man bedient sich der Qi-Kraft eines Nahrungsmittels, um auf das Qi im menschlichen Organismus korrigierend einzuwirken. In der chinesischen Diätetik werden Lebensmittel (genau wie auch die Arzneimittel) gemäss ihrer Wirkung auf den Menschen nach folgendem Ordnungsschema beschrieben: Das Temperaturverhalten (kalt-heiß) gibt Aufschluss über die energetische Dynamik eines Lebensmittels. Es zeigt an, ob ein Lebensmittel das Qi stark oder nur leicht bewegt (Chilies bewirken eine Beschleunigung der physiologischen Prozesse, Wasser- melonen eine Verlangsamung).

Die Geschmacksrichtung (salzig-scharf) gibt Aufschluss darüber, in welcher Schicht ein Lebensmittel wirksam ist. Die energetische Wirktendenz beschreibt, ob ein Lebensmittel emporhebend, absenken, an der Oberfläche oder in der Tiefe wirksam ist (Frühlingszwiebeln wirken emporhebend, Spinat absenkend, Zimt wirkt an der Oberfläche, Tomate in der Tiefe). Der Funktionskreisbezug gibt Aufschluss darüber, in welchem Funktionskreis bzw. in welcher Leitbahn das Lebensmittel seine Wirkung entfaltet.

Diese Aussagen über die Wirkrichtung eines jeden Nahrungsmittels sind wichtige Bausteine im Gesamtgefüge der chinesischen Medizin und ermöglichen ein genaues Abstimmen auf andere Therapieverfahren. Die ihnen zugrundeliegende qualitative Betrachtungsweise eines Nahrungsmittel ist neu für uns im Westen, da wir die Dinge eher unter quantitativen Gesichtspunkten betrachten. Das Wissen um die exakten energetischen Wirkmöglichkeiten eines Nahrungsmittels ist unabdingbare Voraussetzung für einen gezielten therapeutischen Einsatz. Zugleich eröffnet es ungeahnte Möglichkeiten in der prophylaktischen und kurativen Medizin. Ihre volle Wirkung kann die chinesische Diätetik jedoch nur entfalten, wenn sie ganz in den Kontext der chinesischen Medizin integriert wird.

Indikationen der TCM

Schmerzen des Bewegungsapparates - Erschöpfungssyndrome - Allergien - Schwindel - Funktionelle Beschwerden - Gynäkologische Beschwerden - Urologische Beschwerden - Schlafstörungen - Kopfschmerzen/Migräne - Psychosomatische Beschwerden - Tinnitus - Magen-Darmerkrankungen - Atemwegserkrankungen - Rheumatische Erkrankungen - Gelenkschmerzen - Rückenschmerzen - u.a.m

Tuina - chinesische manuelle Therapie


Tuina, eine in China zu hoher methodischer Reife entwickelte Form der physikalischen Medizin, entwickelte sich aus der Massagetherapie Anmo und umfasst eine Vielzahl verschiedener Grifftechniken.

Als Haupt- oder Ergänzungstherapie kommt Tuina hauptsächlich bei Erkrankungen des Bewegungsapparates an Muskeln und Sehnen, Gelenken und Nervenbahnen in Betracht als primäre oder ergänzende Behandlungsmaßnahme.